La Carmagnole de Woltähr 2000
(trad. 1792 -1834 - 1848)

/: Le Roi de France avait promis :/
/: de faire massacrer tout Paris :/
Mais son coup a manqué
grâce à nos canonniers!
Dansons la "Carmagnole",
vive le son, vive le son ...
Vive la Révolution!

/: "Friede den Hütten" hier im Land :/
/: "Krieg den Palästen" allesamt :/
Die Preußen stehn am Rhein,
Werft s' in die Mosel 'rein!
Und tanzt die "Carmagnole",
vive le son, ...

/: "Eich maache möt, dat jeden't sieht :/
/: wenn't nure gient de Preiße gieht!" :/
Schafft euch im Lande Raum
Und pflanzt den Freiheitsbaum
Und tanzt ...

Der König Louis XVI hatte gedroht, ganz Paris "massakrieren" zu lassen - sein Anschlag (auf das Volk) ging aber fehl, dank unserer Kanoniere (bei Valmy, 1792): die Monarchisten haben es nicht geschafft, die Truppen der Republik über den Haufen zu schießen. Goethe war dabei: "Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus!" (Oder so ähnlich.)
Dem jung gestorbenen Dichter Georg Büchner sind die Parolen der 2. Strophe abgelauscht ('Der hessische Landbote', 1834). Vormärzlicher Zeitgeist in der Nachfolge des Hambacher Fests. (Das mit den ungeliebten Preußen im Trierer Land ist dem noch nachempfunden.)
"Ich mache alles mit, wenn's nur gegen die Preußen geht!" (auf Trierisch, natürlich) soll ein gewisser Fischers Maathes auf den Barrikaden der Revolution 1848 in Trier gerufen haben. (Vgl. den Artikel in "54290 TRIER" + "Trierer Venus", 4. Str.) - der Vers mit dem Freiheitsbaum stammt aus einem 48er Volkslied (anonym).
Andi Sittmann singt die 1., Chris Oberweis die 2., WL die 3. Strophe.

"Das Weinbauernlied" (nach Georg Weerth) und das "Verdruß-Lied" (der Trierer Karnevalsgesellschaft 'Zum Verdruß', 1848) stehen schon im Liederbuch 'Narrenfreiheit' + Aufnahmen auf MC. Die beiden Lieder + Noten, sowie auch das "Ludwig-Simon-Lied" und das Original-"Heuschrecken-Lied" (der wenig später danach benannten Karnevalsgesellschaft) stehen auch im Katalog der Ausstellung '1848/49' des Städt. Museums im Simeonstift. Plus ausführliche Anmerkungen (inkl. "Empfindungen" von Karl Marx, s. Liederbuch/MC, s. CD 'TR Venus').
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Das Foto zeigt den von der Theaterwerkstatt Trier nachgemachten Freiheitsbaum von Sierck, anläßlich einer Ausstellung in der Stadtbibliothek, 200 J. nach der Kampagne in Frankreich, mit der Kanonade von Valmy, die der Geheimrat Goethe als Augenzeuge miterlebte; er sah auch diesen republikanischen Freiheitsbaum auf der Durchreise in Sierck(-les-Bains), Lothringen (vgl. die histor. Abb. beim Text der "Carmagnole ...", CD '1848' und CD 'TR Venus'). Es heißt, das Symbol blau-weiß-roter Freiheiten sei damals gefällt und eine Zeitlang vor dem Kurfürstlichen Palais in Trier abgelegt worden. Die Kopie steht nun vor der Saar-Mosel-Winzersekt-Kellerei, Gilbertstraße 34; den roten Hut hat Ulrike Jochum - von 1994-98 Kontrabassistin bei "Woltähr"! - als Praktikantin am Theater aus haltbarem Styropor geformt, geglättet und bemalt - und auch das Schild beschriftet. Ein schöner Zufall, das!