Die Bänkelsänger/Barden-Tour / TIT an der Porta Nigra / Mi 3. 5. – 25. 10. 2006

oder nach Vereinbarung, egal wann; Tel./e-mail >> Walter Liederschmitt / Andreas Sittmann

 

1. Die Porta > Lied zur Begrüßung im Mai – Juni: „Maimondmorgen“ (TR-Barden-CD)

oder W. Liederschmitt: „Tempus est iocundum“ (Carmina Burana), „Austra s ien“ ;

Andi Sittmann: „Heute hier, morgen dort“ (Hannes Wader)

 

Das Porta-Nigra-Gedicht von Maria Schröder-Schiffhauer: „Zwischen Himmel und Erde: der Leib des römischen Riesen …“ (ergänzt um die Schlussverse von „Diese helle Stadt“)

 

2. Heinr.-Marx-Familienwohnhaus (Optik MAHR) > von wo K. noch zur Schule ging…

Das Haus, das eigentl. als das Karl-Marx-Geburtshaus vorgesehen war – dann wäre es heute auch touristisch ganz anders zu nutzen – aber der Umzug von der Brückergasse (wo er tat-sächlich noch geboren wurde) hatte sich etwas verzögert + das Kind kam dann auch fast 9 Monate zu früh – haha!

> sein Jugendgedicht „Empfindungen“ (gek.) (CD „Trierer Venus“, voc Andi Sittmann)

Nimmer kann ich ruhig treiben … Denn: die That, sie blieb uns doch!“

> Im Anfang war die Tat! (Dr. Faust, bei der Bibelübersetzung)

 

3. Das Drei-Königen-Haus > das kölsche Lied „Mer kumme us dem Morje'land“

Wie die Hl. 3 Astrologen (irrtümlich) auch noch nach Trier kamen (oder so)…

„Wir sind geführt von Gottes Hand…Et wor ne schwere Jang…“

 

4. Judengasse > „Donna Donna “ (vgl. Donovan): On a waggon, bound for market, there's a calf with a mournful eye > Ojfn forel ligt a kelbl, ligt gebunden mit a schtrik… (Zupfg.hansl)

Das ursprüngl. jiddische Lied vom „Kelbl“, v. Itschak Katsenelson, Warschauer Ghetto 1942.

Wo man jetzt bei „Christ“ klingeln kann…

 

5. Weinstand , Hauptmarkt! > Tria bei Naocht (WL): Hei stiehn die, die ömmer hei stiehn

on noch gaor nöt esu flott haam giehn! Wenn de Weinstand obbm Maort scho bal zu hat …

 

6. Die Steipe > Jakobus, Helena, Petrus, Paulus + 2 „Riesen“: Zeugen Trierer Selbstbewußt-seins!! Wenn es sein muß, auch gegen den Bischof, die Hohe Domkirche (gegenüber) >

Andi Sittmann: „Die Gedanken sind frei “ (trad.)

W. Liederschmitt: „ Das Verdruss-Lied 1848“ : Wer klaget denn, dass Freiheit, Gleichheit fehle? Er komm' und schau' unser Narrenreich!... (Das revolutionäre Karnevalslied von 1848) + außerdem merken wir uns dass Helena das Kreuz Jesu (vom Ölberg) und die 3 Nägel, mit denen er gekreuzigt wurde, in den Händen hält – wir kommen später darauf zurück ( > Dom)

 

7. Das Rote Haus mit lat. Inschrift: Ante Romam TREVERIS … Also das war so, dass die Königin Semiramis von Assyrien - die mit den hängenden Gärten von Babylon – oder Sammurabat, wie sie eigentlich hieß – um 800 vor Christus, also nur 50 Jahre vor der Gründung Roms, nicht 1300 J. früher – erst mal, bevor sie Königin wurde, ihren Mann Menon, Statthalter in Syrien, in die Wüste geschickt hatte (Die ist ja da gleich nebenan), um König Ninus heiraten zu können; den sie dann aber bald um die Ecke gebracht hat, weil ihr dessen Sohn aus 1. Ehe, Trebeta, besser gefiel! „Trebeta aber verschmähte ihre Liebe.“ (heißt es in den Chroniken) Und: „Da sie ihm nachstellte, floh er über das Meer, den Rhein + die Mosel…“ Oh leck, was für ne haarsträubende Geschichte! Ein Verirrter aus dem Morgenland, der Angst vor FRAUen hatte + TREBERIS gegr. haben soll / vgl. auch die 3 vom 3-K-Haus

 

> Trevir per dulzor (lat./Carmina Burana, Musik neu von WL) – Textblatt – Weinprobe!

 

8. Der Petrusbrunnen > Justitia: eigentl. mit Augenbinde, d.h. Recht sprechen ohne Ansehen der Person. In Trier kuckt man sich den Delinquenten aber genauestens an: und dann geht's ab an den Pranger (siehe Brotstraße)! Wovon auch einer mal hier nebenan stand…

> Sapientia: in den Handspiegel kucken! Die „Weisheit“ in sich selber finden! Dazu Voltaire: Man muß sich selber bilden, sich befragen… und fein in sich 'rein horchen / Man kann sich mit dem Spiegel aber auch (wie ein Äffchen, siehe oben!) den Hintersten bekucken…

> Temperantia : Wasser und Wein. Oder doch Bier? Maß halten! bzw. „A Moaß – hoast mi?!“

Die Balance zwischen Alk & Trinkwasser finden! In zahlreichen Selbstversuchen am eigenen Leib getestet – gell? Von frühester Jugend an > seine Grenzen herausfinden…

> Fortitudo: Stärke zeigen! Was GWBush zuletzt noch in Bagdad, im Irak, gezeigt hat: die Säulen der Macht (Saddams) zerbrochen hat… Aber: Soll die dt. Bundeswehr da mit eingreifen?? Muß man Gewalt (immer nur) mit Gewalt begegnen? Die Trierer haben in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1848, als die Straßen ringsum mit Barrikaden verstopft waren, eine rote Fahne auf dem Gangolfsturm wehte, der preußische General von Schreckenstein aber (Der hieß wirklich so!) damit gedroht hatte, von der Porta Nigra her mit Kanonen in die Stadt schießen zu lassen, wenn das nicht alles weggeräumt würde, beschlossen, dass sie wenigstens in der 5. Jahreszeit, im nächsten Karneval, auch wieder was zu sagen hätten:

vgl. (Lied) Wir treiben frei die Narretei („Das Verdruß-Lied“)…

 

> Gruppenfoto mit den 4 (weibl.) „Kardinaltugenden“. 1 Holzschwert, 2 Waagschalen;

1 Handspiegel, 1 Gummischlange; 1 Becher, 1 „Bommes“; 1 „Tönkert“, 1 Fleischklopfer.

 

9. Die Hausfassade Sternstr. 1 . Die Trierer Karfreitagsprozession, 1784 vom Kurfürsten unter dem Eindruck der frz. Aufklärung verboten! Allegorische Gruppen, auf biblische Geschichten anspielend, aber auch „karnevalistisch“ verfremdet – deshalb als „außerhalb der reinen Gottesverehrung“ stehende Aktion schließlich unterdrückt; vom Trierer Künstler Werner Persy 1960 für dieses Haus im Besitz der Fa. Laeis nachempfunden. (Kohle- u. Erzbergbau – daher die Hl. Barbara ganz oben im Giebelfeld.)

Untere Reihe u.a. Adam & Eva , die aus dem Paradies vertrieben werden, Justitia (diesmal mit Augenbinde), (die Hl.) Helena mit Kreuz + Nägeln (vgl. an der Steipe), Veronica mit dem Turiner Grabtuch (?) > Aber wo ist der Hl. Rock? ( > Auflösung des Rätsels vorm Dom!)

2. Reihe: Sternträger (für die Hl 3-K ?) + Chorknaben mit Marterwerkzeugen (hä??)

3. Reihe v. u. Jesus mit Soldaten, Spöttern + den 2 Schächern > Trompetergruppe!!!

4. Reihe: die Metzgerzunft mit 1 Lamm, Bauern mit 1 Pferd, Reiter + Stadtklerus…

5. Reihe (mit 2 Fenstern dazwischen): David + Goliath, Pietà, Fischerzunft - ?

 

>> Satirische Anm./Gedichte von WL + Manni Mossmann (In den Straßen von Trier)

 

10. Der Domstein > den der Teufel beim Bau der romanischen Domfassade (Mitte des 11. Jh.) auf die Kirche habe werfen wollen, aber – blöd', wie er ist – schlecht gezielt + daneben-geworfen hat! Haha!! In Wirklichkeit eine Granitsäulentrommel aus dem „Felsenmeer“ im Odenwald, von den Römern für den Palast hierher transportiert…

> Lied „Om Duhmstaan sei mer romgerötscht“ (2-3 von 10 Str.)

> Wie der Hl. Rock Jesu eigentl. nach TR kam (TV-Doppelseite falten!!...)

Am 1. Mai 1196 wurde der sog. Hl. Rock zu Trier im Dom eingemauert,

erst 1512 für den Dt. Kaiser Maximilian wieder hervorgeholt…

 

> Lied Freifrau v. Droste-Vischering (1844) vgl. Hannes Wader („Volkssänger“, 1975)

 

11. Die Liebfrauenkirche : Portal > Die „Justitia“ mit Augenbinde? nein: Die „Synagoge“! Sympathischer als die gar gestrenge „Mutter Kirche“ (Ecclesia)…

 

> Gedicht v. Gertrud Schloss, SPD-Frau aus Trier, Jüdin, umgekommen im KZ Kulmhof/Chelmno, 1942): „Rhythmus des Lebens“

 

12. Kesselstatts Palais : das (Neumagener) Weinschiff (Kopie eines röm. Grabmals): Ruderknechte im Bauch des Schiffes, weintrinkende Reisende an Bord (schon etw. angedudelt: Wie die kucken!) > gallische (keltische) Bierfässer an Bord (Cervesia)

 

> Lied vom „Kellermännchen“ (Peter Zirbes/Andi Sittmann) > die 2. Weinprobe!!

 

13. Modehaus MARX , a) Blick um die Ecke: die Basilika Kaiser Konstantins!

> das neue (bretonische) Tanzlied (von WL): „Trierische Hügel“ (Verse von Goethe 1792)

 

b) Blick über die Gasse: das ehem. Fischers-Maathes-Wohnhaus +Geschäftchen, am Breitenstein (1898 abgerissen): Wer war das eigentlich? > „witzige“ Bsp. f. s. Humor >

Mundartlied: „Fraa, dihr solld haam giehn “ (für Kathrin Meckel, seine geplagte Ehefrau)

Die Fakten um seinen Freitod: brennende Kerze + Schild: wegen Sterbefalls geschlossen…

 

> die 2 letzten Strophen vom „Duhmstaan-Lied“ (1878/79): Doch dat ös alles lang verbei…

 

14. Priesterseminar/Jesuitenkirche : Plakette für Fr. Spee (Kritiker des Hexenwahns)

> Das „Hexerlied “ (des Dr. Dietrich Flade, hingerichtet, wie viele andere, 1589)

> die Spee-Gruft am Innenhof: 1 Lied aus der „Trutznachtigall“ (In stiller Nacht)

> im Innenhof: „La Carmagnole de Woltähr “ (für die Schüler des Kön.-Preuß. Gymn.)

Abiturienten: 1834 Ludwig Simon, 1835 Karl Marx, 1836 Viktor Valdenaire

Wandtafel für die gefallen Lehrer und Schüler von 1914-18

> im Vorhof: Rückseite des Geb.hauses von M. Fischer (1822) (Hut-Haus Georg, Brotstr.)

> draußen vorm Hofeingang: 6 „Stolpersteine“ für in der Nazi-Zeit im KZ gest. Geistliche

 

15. Handwerkerbrunnen > 22, 23 Handwerksberufe – 1 fehlt: der Küfer!

> „Das Weinbauernlied“ (nach Georg Weerth, 1840er Jahre)

 

16. Heuschreckbrunnen > F. Maathes, et Wöchshännssi, Krons Ton, Kaorscht on Kneissi

> Das Heuschreck-Lied (1849): Ein toter Heuschreck hupft nicht mehr! > erschossen am 19. März 1848 am Brückentor: Matthias Weiland vom Neue'weg (am Markusberg); am 2. Mai, bei der Demo vor dem Militärarresthaus in der Langstraße: 2 weitere Bürger > der Stuhlmacher Hoffmann + der Privatschreiber Köhler

 

Epilog: 39 Heuschrecken im Kreis herum + 1 gegen den Strom! > siehe Richtung Karl-Marx-Geb.haus (!) > 1/40 der Trierer BürgerInnen wollen auch schon mal in eine andere Richtung gehen, d.h. 2,5 % - also 2.500 Menschen hier – die „es“ auch schon mal anders möchten >

 

> Letze Strophe der „Carmagnole“ ( nach Karl Marx): „Die Philosophen haben die Welt (hier) nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an ( - ganz ungeniert - ), sie zu verändern ( - couragiert) !...“

 

ENDE