Dornrösjenjagd (A l’ombre du coeur de ma mie)
(Georges Brassens, dt. von W. Liederschmitt,
Bendorf-Sayn, Neuwied, Koblenz 1980-85)


/: A l’ombre du coeur de ma mie :/
/: un oiseau s’était endormi :/
Un jour qu’elle faisait semblant
d’être la belle au bois dormant


An ihrem Herzen, an der Brust,
nistet ein Vogel wohl mit Lust
So könnte sie – wenn auch zum Schein –
das schlafende Dornrösjen sein

Und ich sank nieder auf die Knie:
Ihr guten Feen, verlasst uns nie!
Erlaubt, dass ich ihr ganz vertraut
nur einen Kuss geb‘ auf die Haut

Da fing der Unglücksvogel an
so laut zu schreien wie er kann:
Zu Hilfe! Haltet den Dieb fest!
als ob ich ihr ans Mieder möcht‘

Auf dessen Rufen rotzgemein
Aufruhr und Sturm in Bendorf-Sayn
Die Nachbarn und ihr Vater kam
ihr eilends beizustehen an

Doch soviel Aufregung und Lärm
machten ihr Angst, sie blieb nicht gern.
Die Schöne – nach all dem Geschrei –
verschloss ihr Herz der Liebelei

Et c’est depuis ce temps, ma soeur,
que je suis devenu chasseur!

So kam’s nach langem Her und Hin
dass ich ein Jäger worden bin
Dass ich, die Armbrust in der Hand,
hier meiner Wege geh‘ über Land
Que, mon arbalète à la main,
je cours les voies et les chemins