Für Ulita Knaus
Text: WL Woltähr  10-11 / 2010

Eine Katze hat, so heisst es, sieben Leben.
Doch wieviele hat ein Kater? Sechs?
Ein einziges sei ihm (von mir aus) gegeben!
Denn das macht ihn schon genug perplex

Der gestiefelte Kater kann einfach das Mausen
nicht sein lassen, kann nicht widerstehn.
Wer vertreibt ihm denn nach all den Jahrn die Flausen
noch? Wer gibt ihm endlich das Nachsehn?!

Du kriegst nicht die Maus
Du kriegst nicht die Knaus
Du kriegst das Knäuschen

Ja. Und kannst dir gern die Zähne dran ausbeissen.
Ist das Brot, die Kruste, kein Gedicht!
Ganz egal, was wir schon sonst zu Mittag speisten –
Du kriegst eine Mahlzeit aufgetischt

Die du erst noch mal, so gut du kannst, verdauen
musst: Du kannst nicht davon ausgehn, dass
was du willst hier eh passiert, du musst dich trauen
Nur wer wagt, gewinnt – und hat den Spass!

Du kriegst nicht die Maus
Du kriegst nicht die Knaus
Du kriegst das Knäuschen

( . . . )

Ist kein Honig mehr da? Willst du denn mein Brötchen
mit ’was drauf? Was macht dich denn noch scharf?
Dieser Kater hier ist lernfähig, gibt Pfötchen
Und er schnurrt genüsslich, wenn er darf.

Du kriegst nicht die Maus / Du kriegst nicht die Knaus /
Die kriegt den Applaus / und ’n Blumenstrauß /
(Mit Musik frei Haus / Ist ein Ohrenschmaus /)
Auf Teufelkommraus / kriegst du nicht die Maus
Aber ihr Knäuschen!