Heureux qui comme Ulysse
> Und glücklich wer wie Nia …
Frz. Verse v. Joachim Du Bellay 1555
Musik von Alain Félix & Ridan 2007
Platt von WL Woltähr 3-4 / 2009

Heureux qui, comme Ulysse,
a fait un beau voyage,
ou comme cestui-là (Jason!)
qui conquit la Toison (d’Or!)
et puis est retourné,
plein d’usage et raison,
vivre entre ses parents
le reste de son âge!

Quand reverrai-je, hélas!
de mon petit village
fumer la cheminée,
et en quelle saison
reverrai-je le clos
de ma pauvre maison
qui m‘est une province
et beaucoup d’avantage?!

Ja, bes de glécklich, wenn de
näs richdich hähm komm bes?
Wiers dou net nach gär langer
lo durch die Welt geflo’en?

Wat es da‘ scheener: flejjen
oder landen? Bes de näs bal
von der Lost gepakt gés
wäit iwer em Re’ebo’en
op on dervonn se schweben
wo alles vill läichder es
solang die Sehnsocht aonhaelt
on dat Freiheitsgefühl dauert

Wat es da‘ scheener? Wenn de
näs richdich hähm komm bes?
Da‘ git näs zougepakt – gell? –
konkret drop los gepowert !

Doch wie fejders de die lusdich
Schmetterléngen en deim Bouch?
Wat gés de deine Schmaolwen?
O‘ wie haemels de e Kuäp?

Wat es da‘ scheener: flejjen
oder landen? Bes de näs bal
von der Lost gepakt gés
wäit iwer em Re’ebo’en
op on dervonn se schweben
wo alles vill läichder es
solang die Sehnsocht aonhaelt
on dat Freiheitsgefühl dauert

solang et dat
wat mer die „Liebe“ nennt
nach gét

Doch wie fejders de die lusdich
Schmetterléngen en deim Bouch?
Wat gés de deine Schmaolwen?
O‘ wie haemels de e Kuäp?

Comment tu donnes à manger
à tes papillons au ventre creux?
Comment nourris-tu les hirondelles
Et comment chéris-tu l‘ corbeau?
Comment nourris-tu tes papillons
Et comment chéris-tu l‘ corbeau?
Comment nourris-tu tes papillons
Et comment chéris-tu ton corbeau?

(Frz. Refrain auch von WL Woltähr)

Übersetzung: Glücklich wer wie Odysseus eine große Reise gemacht hat; oder wie der, der das Goldene Vlies erobert hat (Jason & die Argonauten) - und der dann, voll der Erfahrung und des Wissens, heimgekehrt ist, um den Rest seines Lebens zu Hause zu verbringen! Wann werde ich endlich wieder mal den Schornstein meines kleines Dorfes rauchen sehn? Und zu welcher Jahreszeit werde ich die Mauern meiner kleiner Hütte wiedersehen, die mir soviel wie ein Königreich (eine „Provinz“) – und noch viel, viel mehr – bedeutet?! (gek.)

Ja (Sag mal) bist du glücklich, wenn du wieder richtig nach Hause gekommen bist? Wärst du nicht noch gern länger da durch die Welt geflogen? Was ist denn schöner: fliegen oder landen? – bis du wieder mal von der Lust gepackt wirst, weit überm Regenbogen auf und davon zu schweben, wo alles leichter ist, solange diese Sehnsucht anhält, (solang) das Freiheitsgefühl dauert – Was ist denn schöner: wenn du wieder richtig heimgekommen bist? Dann wird wieder zugepackt, nicht wahr? Konkret drauflos gepowert!

Doch wie fütterst du die lustigen Schmetterlinge in deinem Bauch? Was gibst du deinen Schwalben? Und wie streichelst du, heimelst du einen Raben? (Solange es das, was man die „Liebe“ nennt, noch gibt.) Wie gibst du deinen Schmetterlingen (im hohlen Bauch) etwas zu essen? Wie ernährst du, wie fütterst du die Schwalben – und wie zärtlich liebst du einen Raben? / deinen Raben!