Frau Luna (Die Frau im Mond) WL 4/09 > literamus 35

Da ist die Frau, die die Nacht zum Tag macht, wagt, wacht
auf die noch unruhigen Schläfer Jagd macht, klagt, lacht
dass es den Pennern hier voll Lust, Wollust, voll Lust macht!

Der Mann vom Meer, der hier mit der
Springflut in der Vollmondnacht tollt,
ist wieder mal der Frau im Mond
flugs zu den Sternbildern gefolgt.

Sie hat sich ein Bett dort auf ihrer Milchstraße gemacht,
durch das schon alle Planeten durchgekracht sind;
der Mann vom Meer jedoch landet da ganz weich, ganz sacht!

Der Mann vom Meer, der stets diese
Flut in den Vollmondnächten nutzt,
hat auch schon für die Frau im Mond
unlängst die Glückssterne geputzt.

Er hat ein Bettzeug aus Seetang für sie mitgebracht.
Sie hat das Bett mit 'nem Sternenzelt überdacht,
dass ihnen der Himmel nicht auf den Kopf, nicht auf den Kopf kracht!

Der Mann vom Meer, der sich in der
Vollmondnacht gerne verknallt,
hat sich behend‘ die Frau im Mond
dort vor all ihren Sternen gekrallt.

Variation zu “Lady Lunatic“ (WL Woltähr 2001, CD TR by night ‘03)

Der „Mann vom Meer“ (vgl. das gleichnamige Mundartlied) ist ein
schönerer Ausdruck als „das Meergeheuer“(im ursprüngl. Text).
Und ausserdem kann ich ja zugeben, dass ein genialer Rocksong von
Zucchero Fornaciari mich mit dazu inspiriert hat: Il mare impetuoso
al tramonto salì sulla luna e dietro una tendina di stelle se la chiavò.
(Das ungestüme Meer ist bei Wind von den Bergen auf den Mond –
eigentlich: die Mondin – geschwappt und hat sie sich hinter einem
Vorhang von Sternen gepackt“.) (LP, CD Oro Incenso & Birra, 1989)