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"7 Lieder" hieß mal eine epochale LP des Liedermacherkollegen Hannes Wader (1973). Meine 7 Lieder nun
sind mit der Leier eingespielt... Plus 10 andere mit Concertina/Gitarre, Bouzouki (von Danny Dannehl); Percussion von Thiago Oliveira. Ein Repertoire, wie es der Barde "Woltähr" auch solo auf dem neu gebauten Neumagener Weinschiff bringen kann: Ostermontag 5. April 2010 Premiere der CD "mosella", schwimmend, auf der Mosel! Pfingstmontag 24. Mai (Die Bob-Dylan-Geburtstagsfete live mit der Bänd Woltähr an Bord).
Und Do 3. Juni. Sa 25. Sept. > Mo 3. Okt. 2011 > Do 7. Juni 2012 > Weitere Aktionen auf Anfrage ... Hörproben + Textausdrucke:

01 Mosella-Vision Hörbeispiel

06 Mosella-Vision II Hörbeispiel

09 Trier, die Mosel... GHörbeispiel

13 Lugnasad (1. Aug.) Hörbeispiel

14 Trevir per dulzor Hörbeispiel

WOLTAEHR  mosella  >  CD op der lay (LUX) 70500 > 17 Titel > 60:06 Min.

ist mal wieder eine Produktion, die über Freund GOLLO in Esch/Sauer (wie schon fast Alles seit „Trierer Venus“, 1996) publiziert wird; entstanden so nach und nach im Alister-Rec.-Studio bei  Peter Schu in Leiwen: im Mai 2005 bereits die Titel Maimondphasen“ und „Trinkwunsch“ mit Andi Sittmann; drei Geigen übereinander – von Waldi Jäger – zu einer älteren Aufnahme von Meine Heimat vom Jahre 2000, mit der 6saitigen Leier – und noch prickelnder, eben ganz anders, als live 1995 (CD „Trierer Venus“).  Auch „TREVIR per dulzor“, noch mit dem Trio Uwe & Carsten 4/2005 plus Chorstimme von Andi S., ist ein übriggebliebenes Lied über die weinselige und sehr spendable Stadt TRIER (um 1200), dessen lateinischer Text – mit mittelhochdt. Refrain – sich in den Carmina Burana (Nr. 204) findet, neu vertont und den feierlichen Gesängen alter Madrigale nachempfunden – mit Concertina in e-moll. (Das Chorwerk Trier-Nord hat dieses Lied, vierstimmig gesetzt von Martin Folz, jahrelang im Repertoire gehabt. Leider ist die einzige davon existierende Aufnahme – wie auf YouTube zu sehen – technisch nicht gerade gelungen. Notensatz im
NTJ 2004.)


Mit Danny Dannehl von den SHANES habe ich seit 2007 – nach dem Ausstieg von Bassist Carsten Söns – immer wieder, ganz sporadisch, Probeaufnahmen von neuen/alten Sonx gemacht. Und einige davon waren so rund, so speziell, in sich stimmig, dass wir sie als Basisaufnahmen fürs Studio grad so übernommen haben: Die „Mosella-Vision“ nach Versen von Ausonius, 371 AD in Neumagen und in Trier; das „Griechenland“-Gedicht von Horaz, mit Danny, hier mal nicht am Baß, sondern an der Bouzouki! So auch bei „Iovi non bovi“ (nach Vergil) und beiTrier, die Mosel…“ (nach Goethe, 1792 in Trier, und was ich mir dazu noch habe einfallen lassen). Es lohnt eben doch, zu Hause, im stillen Kämmerlein, an so Arrangements zu basteln und mehrspur im PC abzuspeichern. Die Pan-Flöte zur Mosella-Vision hat leider nicht Volker Dellwo (s.u.) in echt eingespielt – sondern ich selbst am Keyboard: eine (schöne) Notlösung. Die griechische Stimme bei Graecia/Hellas ist die von Kyriakos Tekoutsof (30. 9. 09); der ja schon zur CD „Trier by night“ (2003) ein original-griech. Lied („Astéria“) beigesteuert hat. Die Vergil-Nummer stammt komplett vom Nov. 2007; die Goethe/Woltähr-Nummer vom Mai 2008.  


Weinschiff detail  
Und dann bin ich im Sommer 2009 wieder mal zu Peter Schu in Leiwen ins Studio gegangen und habe am 7. 7. 09 z. Bsp. Nias Lied (eine Art Mosella-Vision von heute) zur 7saitigen Leier aufgenommen. Danny hat dann am PC den besonderen Groove dazu entwickelt – hinterher noch ein paar Tönchen von meiner Mundharmonika – und fertig! Ein wunderbarer Song, der wie aus einem Guß daherkommt; ganz nach meinem Geschmack (nachdem ich immer wieder gerne Angelo Branduardis Art, so Sonx zu arrangieren, angehört habe). So auch bei „Unsere Stimmen“ – mit Orgel-Effekt und sogar ein bissjen E-Gitarre von Danny – und vor allem bei „Lugnasad: Was Danny da an Fingerspitzengefühl, an Groove-Ideen zu meiner (erst mal nackten Einspielung mit) Leier investiert hat, ist bewundernswert. Einfach Spitze! (Er meint, es sei ein afrikanischer Tabla-Effekt. Thiago nennt es eine Oudou: eine leicht jaulende Handtrommel, wie eine Vase – die er selber sogar spielen kann! Aber das haben wir zu spät erfahren und den Sound rein künstlich am PC abgerufen. So geht es manchmal eben auch.)

Thiago Oliveira ist ein junger Bursche aus Brasilien, in Trier verheiratet, der ein besonderes „Händchen“ (zwei!!) für den Sitztrommelkasten, genannt Cachón, und sonstige Percussionseffekte hat. Er begleitet das Nachspiel (zu meiner Concertina) von „Lugnasad“ (im Dreivierteltakt). Er bringt den richtigen Schmackes in „Die Frau im Mond (die folkige, auf Concertina reduzierte Version von “Lady Lunatic“, CD TR by night, 2003): und aus dem Meergeheuer von damals ist im nun veränderten Text der Mann vom Meer geworden; in Anlehnung an mein Mundart-Lied „dä Mann vom Miär“ (CD by night, 2003). Thiago hat auch mein über 30 Jahre (!) altes Lied „Die kromm Musel“  (vgl. LP 1979) mit seinen Trommlerhänden veredelt. Wie das jetzt groovt – und auch mit Concertina statt Gitarre – das war die Neuaufnahme allemal wert!
Ein richtiger Drummer (Christoph Mertes aus Piesport) kam dann aber auch noch mal zum Zuge. Er spielt mit Peter Schu in ’er Band. Und er hat ganz spontan am Sa 6. März „einfach mal so’n dezentes Schlagzeug“ zu Leier, Blues harp, Baß (von Danny) für Brechts Gedicht „Vom Schwimmen in Seen u. Flüssen“, vertont von Konstantin Wecker (1998), eingespielt. Keine Notlösung, diesmal. Sondern ein Volltreffer! (Ville, ville merssi! Grand merci, vraiment.)
Für das Philipp-Laven-Gedicht „Dä Muselwein“  (von 1858, vertont von mir und liegengeblieben seit 1982) haben Helmut Haag („Fischers Maathes“), Lisa Jacobs, Rosi Hernandez und (sogar) Peter Schu den „Kneipenchor“ verstärkt. Und dann die alte Live-Aufnahme des „(Chan)Son vom Cidre/Apfelviez“ vom 1. 11. 1996 im HdJ in Bitburg, im Verein mit Andi, Thommi & Volker von den “Rambling Rovers“, das war und ist ein Highlight unserer Livemusik-Mitschnitte (die wir nur nach und nach preisgeben).

Die „Mosella-Vision“ ist ein 5/8-, im Refrain ein 6/8-Takt. Bretonische Kreistanzschritte hört man bei Nr. 2, 5, und 9. „Graecia“ ist eine Gavotte (im 3-3-2-Rhythmus). So auch „Die Frau im Mond“. (Schon bei „dä Mann vom Miär“, 2000, CD 2003, habe ich diesen Groove benutzt. Und das einzige mir bekannte deutschsprachige Lied dieser Art, mit Betonungen auf 1, 4, 7, ist Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Es dat net kloar, irjendwie?!)
„Tri’rische Hügel, die Mosel…“ ist ein Hanter-Dro (6/8-Takt). Aber „Son ar chistr“, obwohl ein bretonisches Traditional, ist kein Tanzlied. (Alan Stivell hat es 1970 für seine Renaissance de la harpe celtique wiederentdeckt und bretonisch eingesungen. Die BOTS aus Holland haben es 1980 auf Deutsch gebracht. „Was sollen wir trinken, 7 Tage lang?“ Und wenn die Hoffenheimer heute in der Bundesliga ein Tor schiessen, erklingt diese Melodie. C‘est fou, ςa. Crazy, isn’t it?)

Das BOOKLET zur CD ist ein von Eddi Wenzler wunderbar gestaltetes Gesamtkunstwerk, ästhetisch, raffiniert arrangiert, mit zahlreichen Abb. von (z. T.) gallo-römischen Göttersteinen (aus Trier, Thionville und Luxemburg), die zu den Sonx, den Lyrix, alt und neu, zu passen scheinen. Und die dazwischen eingestreuten 10 latein. Sprüche sind ein paar Klassiker, die man irgendwie kennt, aber auch weniger bekannte Verse, Abwandlungen, Neuschöpfungen (sogar):

CARPE DIEM  > Nutze den Tag! (Horaz)

SAPERE AVDE  > Wage zu wissen! (Horaz; Immanuel Kant in der dt. „Aufklärung“)

MVLTAE SVNT CAVSAE BIBENDI  > Es gibt viele Gründe, einen zu trinken…
QVOD ERAT DEMONSTRANDUM > Was zu beweisen war!  

PER ASPERA AD ASTRA  > Durch Widerwärtigkeiten zu den Sternen (zum Erfolg) !

HABENT SVA FATA CARMINA  > Lieder haben so ihre Geschichte(n).
Der überlieferte Vers ist eigentlich: Habent sua fata libelli: die Bücher! Bei mir sind es (manchmal) Lieder, die das Leben schrieb; und die von dem handeln, was man so „Liebe“ nennt . (Manchmal.) Rosi Hernandez singt die Frauenstimme im Refrain.  

Den Wahlspruch von René Descartes, COGITO ERGO SVM (Ich denke, also bin ich), habe ich verändert zu:  SOMNIO ERGO SVM  > Ich träume, also bin ich! (Je rêve, donc je suis.) Das entspricht mir auch.

NON PVLCHRA  PEIOR SVM  > Ich bin nicht schön, ich bin noch schlimmer (als das)! > Ist quasi die lateinische Übersetzung eines Slogans der Mode-Boutiquen von KOOKAÏ in Frankreich, 2009: «Je ne suis pas belle, je suis pire.» Genau das richtige Graffito an der Wand von Nias Kammer (in meinem Trier-Tagebuch von 274 AD, im literamus 36, wvt, Trier, 12/2009); Forts. folgt …

ROMANI ITE DOMUM – schrieb BRIAN im Film “The Life of Brian“ (von Monty Python, 1979) – „Römer, geht nach Hause!“ – an eine Wand in Jerusalem, Judäa > kein Zufall, dass ich mit der Otzenhausener „Keltengruppe“ gegen den provokanten Aufmarsch römischer Legionäre vor der Porta Nigra und der Basilika in Trier am 16. 8. 2009 mit einem Transparent und dieser Aufschrift demonstriert habe! Im Troubadix-Kostüm. Und mit der Leier unterm Arm. (Abb. unten). In Zukunft öfter auf dem neuen Neumagener Römerschiff „Stella Noviomagi“. Wenn der Barde bei Römers wieder mal einen spielen darf…

VT QVIA MORTE SILENT AETERNO CARMINE VIVANT > Das ist nur ein Fragment, aber ein besonders schönes Beispiel einer römischen Inschrift, eines Nachrufs, der noch in der Grabkammer in TR-West, am Reichertsberg, entziffert werden konnte: Dass die, die im Tode schweigen, im zeitlosen Lied doch weiterleben (mögen)! Und das habe ich bewußt auf die Seite mit den ganzen Musikern, die meine CD bereichert haben, gesetzt.

Aufnahmen/Mix: Peter Schu (Leiwen) + Patrick Grethen (Luxemburg, Trier).
End-Mastering: Robert „Gollo“ Steffen, op der lay, Esch/Sauer (LUX),
Do 11. 3. 2010.

FABER EST SVAE QVISQVE FORTVNAE  > Jeder ist seines Glückes Schmied.

Walter Lieder-Schmied: "Woltähr" (Voltaire)!  (31. 3. 2010)

P.S.  Die Leier (oder Lyra) ist nichts Anderes als eine kleine Harfe mit nur 5, 6 oder 7 Saiten,
wie sie der Kollege „Troubadix“ auch schon gespielt haben wird; oder der walisische Barde
„Taliesin“ (im 5./6. Jh.) – von dem der Vers „Meine Heimat ist das Land der Sommersterne“
stammt; oder Walther von der Vogelweide (den ich ein andermal auch live intonieren will).

Meine 6saitige Leier ist der Nachbau der sog. „Oberflachter Leier“, eines Instruments, dessenHolz-
reste noch im Württemberg. Landesmuseum Stuttgart in einer Vitrine ausgestellt sind. Etwa620 / 630
n. Chr. – gefunden in dem frühmittelalterlichen Grab eines alemannischen Kriegers  u. Barden – aus
genau derselben Zeit, in die man auch ein ganz ähnliches Instrument in England datiert: die Leier von
Sutton Hoo in East Anglia, gefunden in einem Grabhügel, wo ein angel-sächsischer Fürst (um 625 n. Chr.)
mit seinem Schiff, Waffen und Schmuck, Hausgerät – und eben auch dieser Art  Leier – beerdigt worden ist!  
> WL Woltähr hat dort, vor Ort, im Juli 2009 seine Leier(n) gespielt. Und im British Museum in London (wo
die Originale ausgestellt sind).

Eine ähnliche Leier soll es in Köln (St. Severin) geben. Und in Konstanz (von einem Seeuferfund
bei Trossingen). Eine Kopie der Leier von Sutton Hoo, ergänzt um Bestandteile, die bei der Oberflachter
Leier (Stuttgart) besser erhalten waren, zeigt auch das Abteimuseum Echternach (Lux)!

Und dann habe ich gemerkt, dass ich, um “Paint it Black“ von den Rolling Stones mit so einer Leier
spielen zu können, 1 Saite, 1 Ton zu wenig hatte!  > Höre: Demo-Aufnahme auf meiner Web-Seite
(bei den Lyrics Nr. 50 plus). Und habe Rainer Thurau, Harfenmanufaktur in Wiesbaden, der auch
schon meine 6saitige – nach der von Oberflacht in Stuttgart, inzwischen auch die von Trossingen in
Konstanz – nachgebaut hat , gefragt, ob er mir so was auch mit 7 Saiten bauen könne? Konnte er!

Mit der 6saitigen Leier in E-Dur (E Gis H E), A, D, spiele ich auf der CD die Nr. 12 „Meine Heimat“ und
Nr. 8 Brecht/Weckers „Vom Schwimmen…“
Mit der 7saitigen in E-Dur oder e-Moll (also Gis oder G), A-Dur/a-moll (Cis oder C), plus D, spiele ich
Nr. 1 Die Mosella von Ausonius, 3 Iovi non bovi, 6 Nias Lied (Mosella II), 11 „Liebe“, 13 Lugnasad …

Foto unten: Schnappschuss von der
Otzenhausener-Kelten-Demo gegen
den Aufmarsch der röm. Legionäre
u. Gladiatoren in Trier 16. 9. 2009